Milch setzt gefäßschützenden Wirkstoff Katechin außer Kraft

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Tee
Wer seinen Tee mit Milch trinkt, macht dessen günstige Auswirkungen auf das Blutgefäßsystem zunichte. Das weist eine Studie der Charité - Universitätsmedizin Berlin nach. Der Genuss von Tee hat eine entspannende und erweiternde Wirkung auf die Arterien. Untersuchungen an gesunden Probanden haben ergeben, dass dieser Effekt ausbleibt, wenn dem Getränk Milch hinzugefügt wird. Entsprechende Ergebnisse brachten auch zusätzliche Versuche an Zellkulturen. Dass sich Tee positiv auf das Gefäßsystem auswirkt, ist inzwischen gut belegt. Er kann zum Beispiel vor Gefäßverkalkung und koronarer Herzerkrankung schützen sowie antioxidative und entzündungshemmende Wirkungen haben. "Tee hat sehr vielfältige gesundheitsfördernde Effekte", erklärt Studienleiterin Prof. Verena Stangl von der Klinik für Kardiologie und Angiologie am Campus Mitte. "Bisher war aber nicht klar, dass Milch diese Effekte beeinträchtigt." Sojamilch im Tee dagegen hat keinerlei negative Auswirkungen.

Für die Studie haben Testpersonen entweder schwarzen Tee ohne Milchzusatz oder mit einer in England üblichen Dosis Milch getrunken. Als Kontrolle wurde warmes Wasser verabreicht. Jeweils eine Stunde vor und bis zwei Stunden nach dem Verzehr wurden am Unterarm Ultraschallmessungen vorgenommen. Das Ergebnis: Nach dem Trinken von Wasser war keine Veränderung zu beobachten. Beim Genuss von Tee ohne Milch hingegen haben sich die Arterien aller Versuchsteilnehmer besser erweitert, wodurch der Blutfluss begünstigt wird. Beim Hinzufügen von Milch blieb diese Wirkung aus.
Die Erklärung dazu liegt in den Proteinen der Milch: Die so genannten Kaseine sind dafür verantwortlich, dass das im Tee enthaltene Katechin nicht mehr wirkt. Diesem wird unter anderem eine antithrombotische und antientzündliche Funktion zugeschrieben.

Dr. Mario Lorenz, der die Studie durchgeführt hat, schließt nicht aus, dass Milch die ebenfalls erwiesene Antikrebswirkung von Tee beeinträchtigen könnte. Im Studienergebnis sieht er eine Erklärung dafür, dass in Ländern wie England, wo der Tee für gewöhnlich mit Milch getrunken wird, dessen Schutzwirkung gegen Herzerkrankung ausbleiben könnte. "Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass in Asien seltener Herzerkrankungen auftreten. Dort wird traditionell viel Tee konsumiert, und zwar ohne Milch", argumentiert Dr. Lorenz.

Mehr erfahren:

Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen


Quelle: www.charite.de
Bildquelle: flickr: leumund

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Kritik an Kinder-Wurstprodukten

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Ungesunde Bärchen-Wurst
Ob Mortadella mit Gesichtsmuster oder Streichwurst in Bärchenform - diese Produkte sind alles andere als gesund. Die "Ferdi Fuchs Mini Würstchen" von Stockmeyer beispielsweise werden als "täglichen Beitrag für die gesunde Ernährung" angepriesen. Irreführende Werbung und Etikettenschwindel nannte das jetzt die Verbraucherorganisation foodwatch, denn all diese Produkte haben eines gemeinsam: sie enthalten zu viel Salz. Und das ist - wie der tägliche Konsum von Fleisch und Wurst - alles andere als gesundheitsförderlich.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schätzt, dass etwa ein Gramm Salz pro Tag ausreichen würde - 2 Gramm Salz (!) pro 100 Gramm Wurst steigert somit quasi mit jedem Bissen das Risiko, als Erwachsener an Bluthochdruck zu erkranken. Außerdem enthalten diese Produkte teilweise zu viel Fett. Auch der Zusatz von Vitaminen oder Kalzium kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kinder die Finger von diesen Produkten lassen sollten.

Bessere Quellen für Kalzium & Co finden Sie in unseren Nährstoffartikeln. Darüber hinaus hilft Ihnen unsere vegetarisch-vegane Ernährungspyramide dabei, die Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise in die Praxis umzusetzen. In unserem Artikel "Vegetarische Alternativen zu Fleisch, Wurst und Fisch" finden Sie genügend pflanzliche Produkte - wer braucht da noch (Bärchen-)Wurst?
Hagen Rether jedenfalls nicht mehr - hier finden Sie einen Filmbeitrag unter anderem über Bärchenwurst: Die Wahrheit über Fleisch.

Mehr Informationen unter: www.abgespeist.de


Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen sollten tierische Produkte gemieden werden. Weiterführende Artikel über Tiere und Tierhaltung finden Sie hier.



Bildquelle: foodwatch

Vegetarische Ernährungspyramide

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Pyramide groß

Die neue, wissenschaftlich fundierte "Vegetarische Ernährungspyramide" des VEBU soll Ihnen dabei helfen, die Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde vegetarische Ernährungsweise in die Praxis umzusetzen. Besonders empfehlenswerte Lebensmittel, wie Wasser, Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, stehen weiter unten und sollen häufiger verzehrt werden. Ernährungsphysiologisch weniger wertvolle Lebensmittel, wie Milchprodukte, Eier, Süßigkeiten, Snacks und Alkohol, bilden die Spitze der Pyramide und sollten sparsam verwendet oder können - je nach eigener Überzeugung - auch weggelassen werden.

Ziel ist es, eine ausreichende Zufuhr der lebensnotwendigen Nährstoffe sicherzustellen und das Risiko für chronische Krankheiten ("Zivilisationskrankheiten") zu minimieren. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass beides mit einer gut zusammengestellten vegetarischen Lebensmittelauswahl optimal umsetzbar ist.

Entsprechend heißt es in einer aktuellen Erklärung der American Dietetic Association (ADA):
"Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Lebensphasen geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend."
Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt mittlerweile eine vegetarische Ernährung als Dauerkost.

Lebensmittelsgruppen und Verzehrempfehlung

1. Wasser (täglich 1-2 Liter)
Wasser und andere alkoholfreie, kalorienarme Getränke.

2. Gemüse (mindestens 400 g bzw. 3 Portionen pro Tag)
Frisches Gemüse, einschließlich unerhitzte Frischkost, und Säfte sind eine wichtige Quelle für Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe (siehe auch Artikel über Nährstoffe).

3. Obst (mindestens 300 g bzw. 2 Portionen pro Tag)
Frisches Obst, ergänzt durch Trockenfrüchte und Säfte, ist eine ausgezeichnete Quelle für viele Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe.

4. Getreide und Kartoffeln (etwa 2-3 Mahlzeiten pro Tag)
Getreide ist die bedeutendste Eiweißquelle für vegetarisch lebende Menschen. Vollgetreide liefert komplexe Kohlenhydrate, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe und ist eine wesentliche Quelle für Vitamine (vor allem B-Vitamine) und Mineralstoffe (z. B. Eisen, Zink, Magnesium). Kartoffeln liefern unter anderem Vitamin C, Kalium und Magnesium.

Nahrungsmittel 1 Portion entspricht
Reis 80 g roh und 250 g gekocht
Vollkornteigwaren 125 g roh und 300 g gekocht
Vollkornbrot 50 g
Kartoffeln 250-300 g
Hülsenfrüchte 40 g roh und 100 g gekocht

5. Eiweißprodukte (Hülsenfrüchte (1-2 Mahlzeiten pro Woche) und Eiweißprodukte (50-150 g pro Tag))
Hülsenfrüchte (z. B. Erbsen, Bohnen, Kichererbsen, Linsen), Sojaprodukte (z. B. Sojamilch/-joghurt, Tofu, Tempeh) und andere Fleischalternativen (z. B. Seitan) enthalten viel Eiweiß. Hülsenfrüchte liefern Ballaststoffe, B-Vitamine, Magnesium, Kalium und Eisen sowie sekundäre Pflanzenstoffe.

6. Nüsse und Samen (30-60 g pro Tag)
Nüsse (auch Nussmus) und Samen enthalten essentielle Fettsäuren. Sie liefern Eiweiß, Folat, Vitamin E, sekundäre Pflanzenstoffe und viele Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und Zink.

7. Pflanzliche Öle und Fette (2-4 EL pro Tag)
Wichtig für die Versorgung mit essentiellen Fettsäuren sowie für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E und K). Naturbelassene Pflanzenöle reich an Alpha-Linolensäure bevorzugen (wie Lein- und Rapsöl).

8. optional: Milchprodukte (0-250 g Milch bzw. Joghurt oder 0-50 g Käse pro Tag)
Milchprodukte liefern Kalzium, Vitamin B2 und B12 und Eiweiß.

9. optional: Eier (0-2 Stück pro Woche)
Eier liefern Eiweiß, Vitamin A, D und B12 sowie Eisen, aber auch gesättigte Fettsäuren und Cholesterin.

10. optional: Snacks, Alkohol und Süßigkeiten (falls gewünscht, in Maßen)
Diese Nahrungsmittel sind für eine gesunde Ernährung nicht notwendig, können jedoch in Maßen durchaus genossen werden.

Weiteres

Körperliche Aktivität (mindestens 30 Minuten pro Tag)

Sonnenlicht (mindestens 15 Minuten pro Tag)
…für Vitamin D. In den sonnenarmen Monaten kann die Vitamin-D-Versorgung durch entsprechend angereicherte Produkte oder Supplemente gesichert werden.

Die Mengenempfehlungen ergeben eine Nahrungsenergiezufuhr von etwa 2000 kcal pro Tag. Vegan lebende Menschen würden durch das Meiden von Milchprodukten und Eiern etwa 200 kcal weniger aufnehmen.
Bei einem höheren Energiebedarf müssten entsprechend höhere Anteile der Lebensmittelsgruppen verzehrt werden.

Die große vegane Nährwerttabelle kann Ihnen bei der Auswahl von Nahrungsmitteln neben dieser Pyramide ebenfalls eine große Hilfe sein.
Sowie unser Faltblatt "Optimal versorgt mit vegetarischer Ernährung", dort finden Sie wichtige Nährstoffe und deren Vorkommen bei vegetarischer Ernährung.

Vegane Ernährung

Bei veganer Ernährung sollte die sichere Versorgung mit Vitamin B12 und D durch entsprechend angereicherte Produkte (z. B. Sojamilch, Säfte) und Nahrungsergänzungsmittel abgesichert werden.
Um den Bedarf an Kalzium zu decken, sollten gezielt kalziumreiche pflanzliche Lebensmittel (z. B. dunkelgrünes Gemüse, Nüsse, Samen), kalziumreiche Mineralwässer sowie mit Kalzium angereicherte Produkte verzehrt werden.

Begriffsdefinitionen

vegetarisch ohne Produkte vom toten Tier, also ohne Fleisch und Fisch
vegan rein planzlich, frei von tierischen Produkten, also ohne Fleisch und Fisch, Milch und Eier und jeweils daraus hergestellte Produkte.
Einen Überblick über vegetarische Ernährungsformen finden Sie hier.

Rezepte

Schmackhafte Rezepte finden Sie in diversen Kochbüchern sowie in unserer Rezeptdatenbank. Abwechslunsreich vegetarisch können Sie in den von uns empfohlenen Restaurants speisen.


Wissenschaftliche Konzeption der Ernährungspyramide:
Dr. Markus Keller (IFANE) und Prof. Dr. Claus Leitzmann (Universität Gießen)

Quelle

alt
Claus Leitzmann und Markus Keller
Vegetarische Ernährung
2. Aufl. 2010, 366 Seiten
ISBN 978-3-8252-1868-3
22,90 Euro











Für Mitglieder bietet der VEBU eine kostenlose telefonische Ernährungsberatung an.


Bestellen können Sie das Plakat "Vegetarische Ernährungspyramide" auch in unserem Shop.

Im Anhang finden Sie die "Vegetarische Ernährungspyramide" zum Ausdrucken. Hängen Sie das Poster dort auf, wo es Ihnen am sinnvollsten erscheint, zum Beispiel in der Küche:
Anhang:
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Avocado

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Avocado
Die Avocado erfreut sich immer größerer Beliebtheit, nicht nur bei Vegetarier_innen. Und das aus gutem Grund: Sie enthält einen hohen Nährstoffgehalt, zeichnet sich durch einen unvergleichlichen Geschmack aus und lässt sich zudem vielfältig verwenden.

Avocados sind reich an ungesättigten Fettsäuren, was cholesterinsenkend wirk, und verfügen über einen hohen Fettgehalt, weshalb sie als guter Energielieferant gelten. Außerdem enthalten sie viele Vitamine (B1, B2, B6, C), Eisen, Folsäure, ß-Carotin, Kalium, Fluorid, alle essentiellen und viele nicht-essentielle Aminosäuren.

Avocados sind in verschiedenen Sorten erhältlich, die, je nach Sorte, eher rund bis birnenförmig sind. Zu kaufen sind sie das ganze Jahr über. Dabei reifen die verschiedenen Sorten zu unterschiedlichen Jahreszeiten heran, deshalb findet man – jahreszeitabhängig – variierende Avocadosorten im Supermarktregal.
Die meistverkauften Sorten heißen "Fuerte" und "Hass". Aber auch Namen wie "Bacon", "Pinkerton", "Reed" und "Gwen" sind auf unseren Märkten zu finden. "Fuerte" ist eine eher birnenförmige Avocado, ihr hellgelbes-grünliches Fruchtfleisch wird von einer dünnen Haut geschützt. Sie ist vor allem in den Monaten zwischen Oktober bis Februar/März erhältlich. "Hass" hingegen ist die einzige Sorte, die sich dunkelviolett/ bräunlich färbt, wenn sie gereift ist. Sie zeichnet sich durch einen etwas nussigen Geschmack aus. "Hass" steht vorwiegend von November bis Juni zum Verkauf.

Avocados sind beim Kauf oft noch hart, denn sie reifen nach dem Ernten noch nach. Reif sind sie, wenn sie bei Druck leicht nachgeben. Nach dem Aufschneiden, wird sie durch Oxidation relativ schnell bräunlich. Die Enzyme des Avocadokerns verlangsamen diesen Vorgang, ebenso wie Essig und Zitrone, weshalb diese Zutaten gerne in die Guacamole gemischt werden. Guacamole wird die Avocadocreme genannt, die man durch einfaches Pürieren/Verrühren des Fruchtfleisches einer reifen Avocado erhält - sie kann mit beliebigen Zutaten verfeinert werden. Besonders geeignet sind dafür neben Essig und Zitrone/Limette: Zwiebeln, Knoblauch, verschiedene Gewürze, Tomatenstücke und Chilis. Die Guacamole kann zum Beispiel als Füllung für Tortilla und Wraps verwendet werden.
Aber auch als einfacher Brotaufstrich eignet sich Avocado bestens sowie als Zutat für vegetarisches Sushi oder als Dressing für Salate (Salatdressing: Avocado mit Zitrone, Olivenöl und Balsamicoessig verrühren). In Indonesien und Brasilien werden aus Avocados auch Shakes gemacht. Weitere Verwendung findet die Avocado in der Kosmetik: als Gesichtsmasken, Cremes, Haarkuren und vieles mehr.

Nebenbei: Die Avocado gehört übrigens zur Familie der Lorbeergewächse und botanisch korrekt muss sie als Beere bezeichnet werden. Ursprünglich stammen die Beeren aus Südamerika, wahrscheinlich wurden sie erstmals im 16. Jahrhundert in Südmexiko entdeckt. Die Avocado wächst vor allem in warmen, eher trocknen Gebieten.

Früher wurde sie durch Säugetiere, welche bereits ausgestorben sind, verbreitet, indem sie von den Tieren komplett gefressen und der Kern an einem anderen Ort wieder ausgeschieden wurde. Heute werden sie ausschließlich vom Menschen gezüchtet, vor allem in Chile, Peru, Kalifornien, Südspanien (das einzige Anbaugebiet in Europa), Israel, Südafrika, Neuseeland, Australien und Kolumbien.
Etwa zehn Jahre nach dem Pflanzen, beginnt der Avocadobaum Früchte zu tragen. Die richtige Erntezeit der Avocados abzupassen ist nicht ganz einfach, da die Verfärbung ihrer Haut meist nicht als Indiz für Reife herangezogen werden kann. Oft wird zur Überprüfung der Reife deshalb der Ölgehalt der Früchte gemessen. Wichtig ist, dass sie nicht zu früh geernet werden, da sie sonst nicht mehr richtig ausreifen können. Generell reifen Avocados nach dem Ernten nach und werden in der Regel erst einige Tage nach dem Ernten genießbar. Nach dem Ernten werden sie gewaschen und nach Qualität sortiert. Dann werden sie verpackt und gekühlt - die Temperatur der Kühlung ist abhängig von der Sorte. Anschließend werden sie weltweit exportiert, wichtig ist, dass der Transport nicht länger als zwei Wochen dauert, da sie sonst zu weich beim Kunden ankommt.

Avocado enthält das toxische Persin, welches bei einigen Tieren wie Hunden bei der Aufnahme größerer Mengen giftig wirkt. Für Menschen hingegen ist es – egal in welcher Menge – absolut ungiftig.

Zu einem Guacamole-Rezept geht es hier: Guacamole


Bildquelle: flickr: sean dreilinger

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KAMUT MEHL

 

Hauptanbaugebiete sind Nordamerika und Südeuropa mit einem durchschnittlichen Ertrag von 12 dt/ha. Kamut wird für den deutschen Markt fast ausschließlich aus biologischem Anbau angeboten und kann in Reformhäusern und Naturkostläden gekauft werden. Die Landwirte T. Mack und Bob Quinn aus Montana ließen sich den Namen „Kamut®“ als eingetragenes Warenzeichen schützen. Vermarktet wurde die Sorte ab 1980. 1990 erkannte das amerikanische Landwirtschaftsministerium Kamut als neue Sorte an. Anbau und Vertrieb erfolgen immer unter Lizenz von „Kamut International“.

Vergleich zwischen Kamut- und Weichweizenkörnern. Gut erkennbar links die deutlich größeren Körner von Kamut.

Inhaltsstoffe [Bearbeiten]

Der Gehalt an Eiweiß, ungesättigten Fettsäuren, Aminosäuren, Vitaminen und Mineralstoffen ist höher als bei anderen Weizensorten. Kamut enthält wie alle Weizenarten Gluten. Menschen, die eine Unverträglichkeit von Weizeneiweiß haben, können versuchsweise ihre Ernährung auf Kamut umstellen. Es wird berichtet, dass in einigen Fällen Unverträglichkeits-Reaktionen ausbleiben. Dies gilt aber nicht für Menschen, die an Zöliakie erkrankt sind.

Die Zusammensetzung von Kamut schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von den Umweltbedingungen (Boden, Klima) als auch von der Anbautechnik (Düngung, Pflanzenschutz).

Angaben je 100 g essbarem Anteil:[2]

Bestandteile
Wasser 9,8 g
Eiweiß 15,0 g
Fett 2,2 g
Ballaststoffe 12,0 g
Kohlenhydrate 59,3 g
Mineralstoffe 1,7 g
Mineralstoffe
Natrium 5,5 mg
Magnesium 170 mg
Calcium 25,4 mg
Kalium 480 mg
Mangan 3,7 mg
Eisen 4,4 mg
Kupfer 0,52 mg
Zink 3,5 mg
Phosphor 380 mg
Selen 0,25 mg
Vitamine
Thiamin (Vit. B1) 400 µg
Riboflavin (Vit. B2) 189 µg
Niacin (Vit. B3) 6370 µg
Pantothensäure(Vit. B5) 230 µg
Vitamin B6 98 µg
Folsäure 38 µg
Vitamin E 1200 µg
Aminosäuren
Arginin 790 mg
Histidin 480 mg
Isoleucin 740 mg
Leucin 1220 mg
Lysin 470 mg
Methionin 340 mg
Phenylalanin 980 mg
Threonin 530 mg
Tryptophan 100 mg
Tyrosin 440 mg
Valin 740 mg

1 mg = 1000 µg

Nahrungsmittel, die mit Vitamin B12 angereichert sind

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Cerealien
Die Vegan Society empfiehlt:

  • 2-3 mal täglich angereicherte Lebensmittel zu essen, die insgesamt 3 Mikrogramm B12 liefern oder
  • einmal täglich ein B12 Supplement mit mind. 10 Mikrogramm einzunehmen oder
  • einmal wöchentlich ein Supplement mit 2000 Mikrogramm B12 einzunehmen


Folgende Produkte sind mit Vitamin B12 angereichert und laut der Veganen Gesellschaft Österreich vegan:

  • AlproSoya - diverse Sorten Sojamilch
  • Gröbi Zitrone
  • Kellogg's Cornflakes
  • Plamil White Sun With Calcium & Vitamins
  • Red Bull Dose, sugarfree & Flasche
  • Vegavita Vleischkäse
  • Schneekoppe Vollfrucht Hochwert Müsli
  • Recheis Bewusst Drei Korn
  • ...

Ein Beispiel:
Der natural Sojadrink von AlproSoya enthält pro 100g/100ml 0,38 Mikrogramm Vitamin B12. Um seinen Tagesbedarf an Vitamin B12 damit zu decken, müsste man über den Tag verteilt 790 ml davon trinken.

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Käse ist nicht gleich Käse: Welches Lab steckt worin?

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altVegetarisch lebende Menschen lehnen es ab, Dinge zu essen, für die Tiere direkt sterben mussten. Es ist meist nicht schwer zu ersehen, welche Lebensmittel tierischen Ursprungs sind oder tierische Bestandteile enthalten. Anders sieht das bei Käse aus, denn dieser enthält in den meisten Fällen Lab. Dieses ist nicht deklarationspflichtig, weshalb auf vielen Käsesorten nicht einmal vermerkt ist, ob Lab in irgendeiner Form enthalten ist. Käse ist nicht gleich Käse und Lab ist nicht gleich Lab.

Doch was ist Lab überhaupt?

Lab ist ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin und wird aus dem Labmagen junger Wiederkäuer gewonnen. In den meisten Fällen handelt es sich um Kälberlab. Während die Tiere sich noch im milchtrinkenden Alter befinden, sind in ihren Mägen genug der Enzyme vorhanden, die zum Spalten des Milcheiweißes Kasein benötigt werden. Bei der Herstellung von Käse wird demnach Lab eingesetzt, damit die Milch eindickt, ohne sauer zu werden. Tierisches Lab wird aus der Magenschleimhaut des vierten Magens junger Kälber entnommen und weiter verarbeitet. Als Vegetarier muss man sich also genauestens informieren, welchen Käse man essen möchte und welchen man lieber meiden sollte.

Lab muss nicht deklariert werden, da es international nicht als Lebensmittelzusatzstoff eingestuft wird. Es ist ein sogenannter Produktionshilfsstoff. Daher kann man die Käsepackungen oft drehen und wenden wie man möchte, es befinden sich keine Informationen zum möglicherweise enthaltenen Lab auf ihnen.

Wie genau funktioniert die Käseherstellung?

Insgesamt werden 35 Prozent der weltweiten Käseproduktion mit Naturlab, also Lab aus Kälbermägen, hergestellt. Für die verbleibenden 65 Prozent werden Alternativen eingesetzt. Es gibt sowohl pflanzliche als auch mikrobielle Labaustauschstoffe. Da die pflanzlichen Alternativen den Geschmack des Käses verändern, wird desöfteren mikrobieller Ersatz benutzt. Zu den mikrobiellen Alternativen gehören Schimmelpilze, die zur Gerinnung der Milch bei der Käseherstellung eingesetzt werden.

Labfreie Alternativen befinden sich auf der vom VEBU bereitgestellten Käse-Liste aus 2010, die nicht mehr aktualisiert wird. Scheuen Sie sich daher nicht, eine eigene Produktanfrage zu starten. Diese gibt Klarheit darüber, ob ihr Lieblingskäse tatsächlich vegetarisch ist oder nicht.

Ohne Käse geht es auch

Menschen, die aus ethischen oder gesundheitlichen Gründen keinen Käse aus Tiermilch konsumieren, können veganen Käse im Reformhaus, Bioladen, bei einem Online-Versandhandel oder in immer mehr Supermärkten erwerben.

einem Online-Versandhandel oder in immer mehr Supermärkten erwerben.

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Die Müllschlucker

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Was man beim Containern alles findetWir alle kennen sie vom Einkaufen. Sie lächeln uns hämisch an und wir wissen genau, dass wir sie von früher kennen. Damals waren sie aber um Längen niedriger und wir haben uns nicht so über sie geärgert. Aber was wollen wir machen? Schließlich müssen wir alle etwas essen.

Die Rede ist von den Lebensmittelpreisen, die in den letzten Jahren ganz ordentlich gestiegen sind. Umso unverständlicher, dass in solchen Zeiten immer mehr Lebensmittel weggeworfen werden. In Deutschland sind das umgerechnet pro Jahr mehrere Milliarden Euro.

Lebensmittel aus dem Müll

Ob Säfte, Aufstriche oder Brot – unglaublich viele Lebensmittel landen auf dem Müll, und das obwohl sie ihr Haltbarkeitsdatum noch nicht einmal überschritten haben. Riesige Supermarktketten entsorgen Lebensmittel, weil sie einen Knick in der Verpackung haben oder weil die neue Warenlieferung eingetroffen ist.
Diesem Trend stellen sich einige Menschen entgegen und ernähren sich vom sogenannten "Müll", der eigentlich keiner ist.

Was diese Menschen tun, nennt man auf Neu-Deutsch "Containern". Sie holen sich weggeworfene Lebensmittel aus den Abfallcontainern der Supermärkte oder durchsuchen die Container von Großmärkten und Fabriken nach Essbarem, welches in Hülle und Fülle vorhanden ist.
Was man sonst nur von den Müllkippen in Sao Paulo in Brasilien kennt ist in Deutschland längst angekommen. Nur auf viel höherem Niveau.

Film-Tipp

Frisch auf den Müll
Mittwoch, 20.10.2010
23:30 Uhr, Das Erste

Reportage verpasst? Kein Problem.
Zu finden in der Mediathek.

Gründe für das Containern

Die Gründe für das Containern sind so vielfältig wie die Gründe sich vegetarisch oder vegan zu ernähren. Auch hier gibt es nicht nur einen einzigen Grund, warum Menschen containern gehen.

Wie in unserer Spaßgesellschaft üblich, ist gegen ein wenig Nervenkitzel nichts einzuwenden. Kindliche Freude, Staunen und Unverständnis darüber was alles weggeworfen wird, mischen sich beim Öffnen eines Supermarktcontainers miteinander. Man findet Obst, Gemüse, Chips, Brot, Joghurts und Tiefkühlwaren neben Blumen und Süßigkeiten. Und manchmal liegen zwischen all den Lebensmitteln auch Produkte des täglichen Gebrauchs wie Schuhe oder Sportuhren. Kein Wunder, dass sich das manche nicht entgehen lassen wollen.

Was aber tun, wenn das Wirtschaftssystem mit einem nichts anfangen kann und man auf Sozialhilfe angewiesen ist? Geld benötigt man für viele Dinge im Leben. Nicht nur für Lebensmittel. Umso verständlicher, wenn sich auch diese Menschen Lebensmittel aus dem Müll fischen, um Geld zu sparen. Wenn im Durchschnitt jeder deutsche Haushalt 387 Euro pro Jahr an Lebensmitteln weg wirft, kann das schon nachdenklich stimmen.

Anderen wiederum stößt es sauer auf, wenn sie erfahren, wie viele Lebensmittel weggeworfen werden. Schon als Kind wurde uns beigebracht, das wir mit dem Essen nicht spielen sollen. Vermittelt wurde uns also, dass unser Essen einen gewissen Wert hat. Um nicht zu sagen einen sehr essentiellen. Denn ohne zu essen würde unser Körper nach einiger Zeit all seine Funktionen einstellen. Umso verständlicher, dass manche Menschen anfangen, sich ihr Essen aus dem Müll zu holen, wenn sie von diesem Widerspruch zwischen Theorie und Praxis erfahren.

Dazu kommt noch, dass wir alle wissen, dass es Armut unterschiedlichsten Ausmaßes auf dieser Erde gibt. Laut Jean Ziegler, dem ehemaligen UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, stirbt alle fünf Sekunden ein Kind an Unterernährung. Und all das, obwohl es doch genug zu Essen auf dieser Welt gibt. Es mangelt also unter anderem an einem bewussten Umgang mit Essen und der Verteilung von Lebensmittel.

Von der Verschwendung von Nahrungsmitteln zur „Produktion“ von „tierischen Lebensmitteln“ gar nicht zu reden.

Aus marktwirtschaftlicher Sicht, hat jedes Produkt einen Wert, welches mit einem Gegenwert, also Geld, erkauft werden kann. Die Produkte werden stets dort am meisten verkauft, wo die Menschen den höchsten Preis dafür zahlen. Da wir zu jeder Zeit alle nur erdenklichen Produkte kaufen wollen, hat sich unser Wirtschaftskreislauf daran angepasst und produziert mehr Lebensmittel als auf dem aktuellen Markt nachgefragt werden. Überproduktion ist das Resultat.
Die vollen Regale der Supermärkte kann man beim nächsten Einkauf einmal ganz bewusst wahrnehmen. Das Ergebnis sind überquellende Container bei den Supermärkten. Produkte welche in den nächsten zwei Tagen das Ablaufdatum erreichen, werden original verpackt, wie sie im Regal zu finden sind, weggeworfen. Auch oft palettenweise.

Was man beim Containern alles findet

Freeganismus

Über diese unglaublichen Mengen an Obst und Gemüse freuen sich auch Freganer_innen. "Freegan" ist eine Wortkombination aus „free“(dt. kostenlos) und „vegan“. Ihr Einkauf ist somit stets vegan, wohingegen die Ausbeute beim Containern auch tierische Produkte beinhalten kann.
Freeganer_innen rechtfertigen den Konsum von tierischen Produkten aus dem Müll so, dass dafür kein Tier sterben oder leiden musste, weil dieses Produkt nicht mehr dem Kreislauf von Angebot und Nachfrage unterliege.

Es stellt aber kein Problem dar, sich beim Containern rein vegan zu ernähren. Die große Anzahl an Äpfeln, Gurken, Bananen und alle anderen nur erdenklichen Obst- und Gemüsesorten machen  es möglich.

Ist Containern strafbar?

Doch wie ist das eigentlich mit dem sogenannten Müll von der rechtlichen Seite aus zu betrachten? Gehört der Müll jemandem? Und wenn ja, was passiert wenn man diesen mit nimmt?

In Deutschland ist die rechtliche Situation so, dass Müll immer einen Eigentümer haben muss. Ansonsten könnte jeder ohne rechtliche Folgen seine ausgediente Waschmaschine in den Wald werfen. Die Lebensmittel im Container eines Supermarktes gehören also entweder noch dem Supermarkt selbst oder dem Entsorgungsunternehmen, welches diese Container bereitstellt. Rein rechtlich ist es also in Deutschland Diebstahl, wenn man Müll aus Abfallcontainern entnimmt.

In der Praxis wird man aber, falls man erwischt werden sollte, in der Regel nur ermahnt oder ignoriert. Die Polizei interessiert sich wenig für „wertlose“ Gegenstände und die Supermärkte bringen Containern in der Regel auch nicht zur Anzeige. Es empfiehlt sich jedoch den Supermarktangestellten zu erklären, warum das das tut, wenn man erwischt wird. Ein freundliches Gespräch kann hierbei Wunder bewirken.

In Österreich und der Schweiz ist Müll eine herrenlose Sache und das Entnehmen desselben aus einem Container somit rechtlich auch kein Diebstahl.

Überall gilt es jedoch zu beachten, dass das Eindringen in abgesicherte Bereiche oder das Zerstören von Eigentum (Schlösser etc.) einen Tatbestand erfüllen und somit rechtlich geahndet werden können.

Ist Containern nachhaltig?

An sich ist Containern eine gute Sache um keine Nachfrage an bestimmten Lebensmitteln zu erzeugen. Man kann sich sehr günstig ernähren und Kritik an der Wegwerfgesellschaft üben. Dennoch ist der Ansatz des Containerns an sich nicht nachhaltig. Es ist also nicht möglich, dass alle Menschen containern gehen. Irgendwer muss ja durch seinen Konsum auch eine Nachfrage nach Lebensmitteln erzeugen, welche dann im Überfluss produziert und letztendlich auch weggeworfen werden.

Damit sich diese Wegwerfmentalität ändern kann obliegt es uns als Konsument_innen, dieses System durch unser Handeln zu beeinflussen. Konkret hieße das, sich um 18:00 Uhr beim Bäcker nicht darüber zu beschweren, dass es nun das Lieblingsbrot, welches man sonst immer kauft, nicht mehr gibt. Es wäre sogar förderlich, dem Inhaber des Geschäftes mitzuteilen, dass man es sehr gut findet, dass sie nicht ständig alles verfügbar haben und die Produkte auch abverkaufen.

Das wir Menschen Gewohnheitstiere sind, sollte hinlänglich bekannt sein und somit ist es auch möglich unsere Gewohnheiten zu ändern, sofern wir es wollen. Wer im Supermarkt nicht immer nur zu makellosen Produkten greift, zeigt dem Unternehmen durch seinen Einkauf, dass der Apfel mit einer kleinen Druckstelle nicht gleich weggeworfen werden muss, wie es im Moment gängige Praxis ist.

»Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.« Mahatma Gandhi


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